Verschweigen von Marderbefall beim Hauskauf begründet Schadensersatzansprüche

Hier hatte der Verkäufer sein Einfamilienhaus an den Käufer veräußert. Wie in notariellen Kaufverträgen üblich waren Gewährleistungsansprüche des Käufers im Kaufvertrag ausgeschlossen worden.

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Im Rahmen der Verkaufsverhandlungen hatte der Verkäufer zwar darauf hingewiesen, dass ein Teil der Dachdämmung nach einem Marderbefall hätte saniert werden müssen. Der Marder sei aber zwischenzeitlich getötet.

Nach Kaufvertragsabschluss stellte sich heraus, dass nur ein Teil der Dämmung saniert worden war und die durch Marderbefall bedingten Schäden erheblich größer gewesen waren. Der Verkäufer war zwar nach der Teilsanierung davon ausgegangen, dass weitere Schäden nicht vorhanden seien. Weitere Untersuchungen hatte er jedoch nicht angestellt.

 

Der Käufer begehrte jetzt wegen der weiteren Sanierungskosten vom Verkäufer Schadenersatz.

Dieser Schadensersatz ist dem Käufer auch durch das Urteil des OLG Koblenz vom 15.01.2013 (4 U 874/12) zugesprochen worden. Das OLG hat darauf hingewiesen, dass der Verkäufer sich nicht mehr auf den Haftungsausschluss berufen könne, da er die Mangelhaftigkeit arglistig verschwiegen habe. Dabei komme es nicht darauf an, ob der Verkäufer tatsächlich mit betrügerischer Absicht gehandelt habe. Vom Tatbestandsmerkmal der Arglist seien auch solche Verhaltensweisen umfasst, die auf bedingten Vorsatz i.S. eines "für möglich haltens" und "Inkaufnehmens" beruhen und mit denen kein moralisches Unwerturteil verbunden sein muss. 

Aufgrund der erheblichen Lärmbelästigungen durch den Marder und die bei der Teilsanierung festgestellten erheblichen Schäden hätte der Verkäufer Anlass haben müssen, weitere Untersuchungen auf Schäden auch in den weiteren Bereichen des Daches anzustellen. Wenn er dieses unterlasse, begründet dieses entsprechende Schadensersatzansprüche. Auf eine Schädigungsabsicht komme es ausdrücklich nicht an.